Weshalb Frauen streiken oder warum sie ab und zu unter sich sein wollen

Weshalb Frauen streiken oder warum sie ab und zu unter sich sein wollen

Morgen ist Frauenstreik und das ist gut so. Denn Frauen müssen sich viel zu oft alleine gegen Ungleichbehandlung, fehlende Wertschätzung und sexuelle Übergriffe wehren. Ein grosser Teil tut es auch gar nicht, weil da eine Portion Selbstvertrauen dazugehört, welches vielen Frauen und Mädchen nicht in die Wiege gelegt wurde.

Es liegt im Interesse der Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass es den Frauen gut geht. Denn wenn dies der Fall ist, setzen diese ihre persönlichen Ressourcen oftmals für das Wohlergehen von Mensch und Natur ein, wovon wiederum die ganze Gesellschaft profitiert. Weshalb engagieren sich beispielsweise bei uns in der Schweiz vor allem Frauen ehrenamtlich*? Weil sie die vorhandene Lücke im sozialen Bereich oder auch im Umweltbereich nicht nur erkennen, sondern diese auch gleich selber füllen. Sie nehmen dafür in Kauf, wenig bis keinen Lohn für ihre Tätigkeiten zu bekommen und müssen sich oftmals sogar rechtfertigen für ihren Einsatz. Nämlich, dass sie dies ja nur tun könnten, weil der Partner das Geld heimbringt oder auch, weil sie „nur“ Teilzeit arbeiten und somit für „sowas“ Zeit haben.

Familie und Karriere zu verbinden ist für Frauen anstrengend und mit vielen Hindernissen verbunden. Aus diesem Grund sind Frauen, obwohl sie gute oder sogar bessere Chefs abgeben würden, in dieser Etage immer noch untervertreten**.

Dabei würde es sich lohnen, Frauen ernster zu nehmen in der Arbeitswelt. Gerade was Zukunftsfragen und Nachhaltigkeit betrifft, hätten Frauen so einige Lösungen und Ansätze anzubieten.

Frauen agieren umweltbewusster und sozialer. Sie essen weniger Fleisch, fahren weniger Auto und verbrauchen rund einen Viertel weniger Strom und Energie als Männer***. Es ist kein Zufall, dass die Idee, längere Ferienzeit anzubieten, um Flüge von MitarbeiterInnen zu vermeiden, von einem Frauenunternehmen stammt****. Oder dass der Haushaltsplan von Neuseeland, der das Wohlbefinden der Bevölkerung an die erste Stelle setzt, von einer Premierministerin lanciert wurde*****. Man darf davon ausgehen, dass Frauen, je mehr sie im gleichen Ausmass an der Wirtschaft und in der Politik teilhaben können, diese sozial und ökologisch nachhaltig prägen werden.


Deshalb ist es gut, wenn sich Frauen ab und zu verbünden und auch mal laut werden. Und noch viel wichtiger ist es, gängige Rollenbilder tagtäglich zu hinterfragen, andere darauf aufmerksam zu machen und es ganz einfach auch selber anders zu machen. Das kann heissen, das Essen am Abend vielleicht nicht gleich parat zu haben, obwohl frau doch bereits seit zehn Minuten zuhause ist. Oder sich Zeit dafür zu nehmen, eine E-Mail an die Veranstalter einer Fachtagung zu schreiben, in deren Line-up man wiedermal vergeblich eine Frau sucht. Vielleicht schaut man aber auch ganz einfach ein Fussballspiel der zur Zeit stattfindenden Frauen-WM mit der Tochter und dem Sohn und widmet sich dem Thema von der sportlichen Seite. Die Möglichkeiten für Frau und Mann, im Alltag auf Gleichberechtigung aufmerksam zu machen, sind zahlreich und sollten genutzt werden, wo immer möglich.


Nun aber ab nach Hause. Hoffentlich steht das Abendessen schon auf dem Tisch…

 

P.s.: Alliance F lanciert pünktlich zum Frauenstreik eine Expertinnen-Datenbank. Hier kannst du dich eintragen.

P.p.s.: Das läuft morgen in Zürich.